Überblick (9.0.P1)

Qualität wird letztendlich durch den Kunden definiert. Sie repräsentiert, wie nah das Projekt und die Lieferobjekte an die Kundenanforderungen und -erwartungen heranreichen.

Das alte Sprichwort "Qualität ist, was gefällt" ist heute noch gültig. Qualität wird letztendlich von unseren Kunden gemessen. Unser Ziel ist, die Anforderungen und Erwartungen der Kunden zu erfüllen oder zu übertreffen. Das ist der kritische Punkt. Wir haben manchmal die Tendenz zu glauben, "Qualität" bedeute das beste Material, die beste Ausrüstung oder absolut null Fehler. In vielen Fällen erwartetet das der Kunden jedoch nicht und kann sich eine perfekte Lösung auch nicht leisten. Wenn es ein paar Unebenheiten im Projekt gibt, kann der Kunde immer noch der Meinung sein, dass das Projekt ein hohes Maß an Qualität erfüllt hat. Auf der anderen Seite wird eine makellos entworfene, fehlerfreie Lösung, die nicht den Bedürfnissen des Kunden entspricht, nicht als hohe Qualität angesehen werden. Der Zweck des Schrittes "Qualitätsmanagement" ist, zuerst die Erwartungen des Kunden in Hinblick auf die Qualität zu verstehen und dann einen flexiblen Plan und Prozess aufzustellen, um diese Erwartungen zu erfüllen oder zu übertreffen.

Da Qualität durch den Kunden definiert wird, mag sie vollkommen subjektiv erscheinen. Es gibt jedoch vieles, was bei Qualität objektiviert werden kann. Dies erfordert, dass wir zuerst den generischen Begriff "Qualität" in einige Bereiche untergliedern, die die Wesensmerkmale von Qualität definieren. Dann bestimmen wir eine oder mehrere Metriken, die gesammelt werden können, um diese Merkmale widerzuspiegeln. Eine Eigenschaft einer qualitätssichernden Maßnahme ist z.B. eine minimale Anzahl Fehler zu gewährleisten. Dieses Merkmal kann man messen, indem man die Fehler und Mängel ab Einführung der Maßnahme zählt.

Neben dem Wissen um die Kundendefinition von Qualität gilt es auch die Interessen der anderen Stakeholder zu kennen. In Abhängigkeit von ihrer Rolle haben die Stakeholder möglicherweise eine andere Vorstellung von Qualität, die ebenso erfüllt werden muss wie z.B:

  • Das Unternehmen ? möchte strategische Ziele erreichen
  • Käufer ? Die Lösung deckt sich mit den genauen Angaben
  • Endnutzer ? Die Lösung hilft ihnen dabei, ihren Job besser, schneller und einfacher zu erledigen
  • IT-Support ? Die Lösung ist stabil, hat kaum Fehler, ist verständlich und kann einfach modifiziert werden

Für große Projekte ist die Erhebung von Metriken unerlässlich, damit die Qualitätsprozesse greifen können. Aus diesem Grund sind die Schritte 9 und 10 des TenStep-Prozesses eng miteinander verbunden. Wenn Sie keine Messtechniken einsetzen, dann wird es schwierig werden, Prozesse durch Qualitätsmanagement-Initiativen zu verbessern.

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Vorherige Inspektionen und Präventionskosten werden bei einem effizientem Qualitätsmanagement zunehmen. Dieser Anstieg wird jedoch durch die Verringerung der Gesamtkosten der Qualität im Verlauf des Produktlebenszyklus (einschließlich externer und interner Fehlerkosten) mehr als wettgemacht.

Ein Zweck des Qualitätsmanagements liegt darin, Fehler und Defekte so früh wie möglich in der Projektphase zu finden. Daher wird ein guter Qualitätsmanagement-Prozess zunächst zwar mehr Arbeitsstunden und Kosten in Anspruch nehmen, doch im Verlauf des Projekts erheblich auszahlen. Es ist beispielsweise viel einfacher, Probleme mit den Anforderungen noch während der Analysephase zu entdecken, als während der Testphase Nacharbeit leisten zu müssen. Ebenso ist es viel billiger, ein Problem mit einem Computerchip zu erkennen, während der Chip noch in der Produktion ist, als ihn austauschen zu müssen, wenn ein Kunde den Computer nach dem Kauf zum Kundendienst bringt. Anders gesagt, sollte das Projektteam einen hohen Qualitätsstandard bei niedriger Fehlerquote während des Herstellungsprozesses der Lieferobjekte anstreben, und nicht darauf bauen, dass es die Probleme während der Testphase findet und beheben wird (oder noch schlimmer ? wenn der Kunde nach Einführung des Projekts den Fehler entdeckt).

Festgestellte Fehler

In vielen Projekten findet die "Last" der Fehlersuche erst zu späteren Projektphasen wie der Entwicklung (Konstruktion) und dem Testlauf statt.


Festgestellte Fehler 1

Man geht besser vor, indem man während des Projekts fortlaufend Qualitätskontrolle und -sicherung durchführt. Sie sollten es sich zur Aufgabe machen, so viele Fehler wie möglich zu verhindern. Ebenso sollte man diese möglichst früh ausfindig machen, damit sich der Korrekturaufwand in Grenzen hält.