Daten und Outlook automatisch synchronisieren! Gleichen Sie Ihre Teamdaten ab und bleiben Sie immer aktuell.

PMI Logo - Tenstep.ch

We are a proud Global Registered Education Provider with the Project Management Institute.

7.2.2 Risikomanagement / Expected Monetary Value

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

Übersicht (7.2.2.P1)

Expected Monetary Value ist eine Technik des Risikomanagements die als Hilfsmittel eingesetzt werden kann, um in vielen Aspekten des Projekts Risiken zu quantifizieren und miteinander zu vergleichen. EMV ist eine quantitative Technik der Risikoanalyse, da sie sich bei der Durchführung der Berechnungen auf spezifischere Zahlen und Quantitäten stützt, und nicht auf allgemeine Annäherungswerte wie hoch, mittel und gering.

Wie schon am Anfang in ‚7.1 Risikomanagement-Prozesse’ für große Projekte beschrieben, stützt sich EMV auf drei grundlegende Zahlen.

Pr – »probability«, die Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko eintreten wird.

(PI – die Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko Auswirkungen auf das Projekt haben wird, falls es eintritt. Für die Zwecke unserer Analyse können wir von der Annahme ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit 100 % beträgt, oder annähernd soviel. Im Allgemeinen gilt, wenn Sie kein hohes Maß an Gewissheit hätten, dass das Risiko Auswirkungen auf Ihr Projekt haben würde, hätten Sie das Risiko gar nicht erst mit einberechnet. Daher kann dieser Faktor ignoriert werden.)

I – »impact«, die Auswirkungen, die sich für das Projekt ergeben, falls das Risiko eintritt. Dies kann weiter aufgespalten werden – in IC für "cost impact", die Auswirkungen auf die Kosten, IS für "schedule impact", die Auswirkungen auf den Terminplan und IE für "effort impact", die Auswirkungen auf den Arbeitsaufwand.

Risiko-Sicherheitsbudget (7.2.2.P2)

Das Beispiel in ‚7.1 Risikomanagement-Prozesse’ vermittelt eine Vorstellung davon, wie Sie EMV zur Quantifizierung der Kosten einsetzen, die mit einem Risiko verbunden sind, vorausgesetzt dass Sie über eine Schätzung der potentiellen Auswirkung auf das Projekt im Hinblick auf Budget, Arbeitsaufwand oder Dauer verfügen. Wenn Sie diese Technik bei allen Ihren Risiken anwenden, können Sie ein Risiko-Sicherheitsbudget anfordern, das die Auswirkungen auf Ihr Projekt deckt, wenn eines oder mehrere dieser Risiken eintreten. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass Sie, wie im Folgenden aufgeführt, sechs Risiken für Ihr Projekt identifiziert haben.

Risiko

Wahrscheinlichkeit des Projekt-Risikos

Auswirkung
in €

Risiko-Sicherheitsbetrag

A

0,8

10.000

8.000

B

0,3

30.000

9.000

C

0,5

8.000

4.000

D

0,10

40.000

4.000

E

0,3

20.000

6.000

F

0,25

10.000

2.500

Gesamt

118.000

33.500

Auf der Grundlage der Identifizierung dieser sechs Risiken betragen die potentiellen Auswirkungen für Ihr Projekt € 118.000. Sie können jedoch kein Risiko-Sicherheitsbudget in dieser Höhe anfordern. Der einzige Fall, in dem Sie soviel Geld benötigen würden, wäre dann wenn jedes dieser Risiken eintritt. Bedenken Sie jedoch, dass das Ziel des Risiko-Managements darin besteht sicherzustellen, dass die Risiken keine Auswirkungen auf Ihr Projekt haben. Daher würden Sie davon ausgehen, dass Sie in der Lage sein werden die meisten, wenn nicht sogar alle dieser Risiken erfolgreich zu managen. Das Risiko-Sicherheitsbudget sollte die potentiellen Auswirkungen des Risikos widerspiegeln ebenso wie die Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko eintreten wird. Dies ist in der letzten Spalte dargestellt.

Beachten Sie, dass Ihnen der gesamte angeforderte Betrag von € 33.500 zur Verfügung steht, um Ihr Projekt vor bekannten Risiken zu schützen. Wenn die Risiken C und F tatsächlich eintreten sollten, wären Sie in der Lage, dies mit Hilfe des Sicherheitsbudgets abzudecken. Wenn aber Risiko D eintreten sollte, reicht das Sicherheitsbudget unter Umständen nicht mehr aus. Die Aussichten, dass Risiko D eintritt, betragen jedoch nur 10 %. Daher muss sich das Projekt-Team auf dieses Risiko ganz besonders konzentrieren um sicherzustellen, dass es erfolgreich gemanagt wird. Selbst wenn es nicht voll und ganz beseitigt werden kann, wird seine Auswirkung auf das Projekt hoffentlich durch aktives Risiko-Management verringert werden.

Das Risiko streuen (7.2.2.P3)

Das Risiko-Sicherheitsbudget funktioniert gut, wenn es eine ganze Reihe von Risiken im Spiel sind. Je mehr Risiken das Team identifiziert, desto besser verteilt sich die gesamte Gefahr für das Budget unter den Risiken. Wenn Sie nur ein oder zwei Risiken identifiziert haben, sind Sie nicht in der Lage, das Risiko ausreichend zu streuen. Gehen wir beispielsweise davon aus, dass Sie nur ein Risiko identifiziert haben, das Ähnlichkeit mit Risiko D in der obigen Tabelle hat. Sie fordern ein Risiko-Sicherheitsbudget von € 4.000 an, und erhalten es auch. Nun werden Sie feststellen, dass Sie sich in einer Alles-oder-Nichts-Situation befinden. Wenn das Risiko nicht eintritt, benötigen Sie die 4.000 nicht. Wenn das Risiko jedoch eintritt, werden die im Budget veranschlagten 4.000 nicht annähernd dazu ausreichen, die potentiellen Auswirkungen zu decken. Dies soll nicht heißen, dass in diesem Fall kein Risiko-Sicherheitsbudget beantragt werden sollte – lediglich, dass es beim Decken von Risiken besser funktioniert, wenn gleich eine ganze Reihe davon identifiziert werden.

Unbekannte Risiken im Budget mit einplanen (7.2.2.P4)

Die obigen EMV Berechnungen spiegeln lediglich die sechs Risiken wider, die zu Beginn des Projekts bekannt sind. Wenn Sie ein großes Projekt managen, müssen Sie kontinuierlich die Risiken überwachen. Sie können auch ein zusätzliches Risiko-Sicherheitsbudget anfordern, das zur Deckung von noch nicht bekannten Risiken dient. Es sprechen vielleicht gewisse Anhaltspunkte dafür, dass Sie zusätzliche 5% Ihres gesamten Risiko-Sicherheitsbudgets zur Deckung der unbekannten Risiken anfordern sollten. Dieser Betrag kommt noch zum Risiko-Sicherheitsbetrag für die bekannten, bereits identifizierten Risiken hinzu.