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10.1 Metrikmanagement / Prozess

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Kleine Projekte (10.1.P1)

Kleine Projekte sollten sich hauptsächlich mit dem Erheben von Metriken befassen, die im ganzen Unternehmen benötigt werden. Diese bestehen gewöhnlich aus Basisinformationen zum Projektfortschritt hinsichtlich Kosten, Aufwand und Zeitdauer. Diese Zahlen können mit den ursprünglichen Schätzungen verglichen werden, um den Fortschritt festzustellen. Nachdem das Projekt beendet ist, kann auch eine Erhebung der Kundenzufriedenheit durchgeführt werden.

Normalerweise besteht kein Bedarf nach weiteren Metriken, da auch die entsprechende Zeit fehlt, um Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen.

Mittlere Projekte (10.1.P2)

Mittlere Projekte sollten dieselben Metriken erheben wie kleine. Je nach Größe des Projekts können aber noch weitere Informationen von Nutzen sein. Aus diesem Grund sollten Sie auch die Metriken für große Projekte beurteilen, inwiefern Sie sie auch auf Ihr mittleres Projekt
anwenden können. Sie sollten jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass Metriken kein Selbstzweck sind, sondern eine konkrete Verwendung haben müssen.

Große Projekte (10.1.P3)

Diese Projekte sollten auf alle Fälle Metriken erheben, die Aussagen über die Qualität des Projektes und der Realisierungsprozesse machen. Der nachfolgende Prozess kann Ihnen die passenden Metriken liefern. Als Resultat entsteht eine sogenannte Projekt-Scorecard. Sie finden dazu ein Schema in den Vorlagen.

1. Bestimmen Sie Erfolgskriterien. Sehen Sie nochmals die Ziele und Lieferobjekte der Projektdefinition sowie andere relevante Projektunterlagen durch. Definieren Sie anhand dieser Dokumente die Informationen, mit denen der Erfolg des Projektes aufgezeigt werden kann. Dazu gibt es zwei Arten von Merkmalen:

  • Interne - Diese Charakteristika zeigen an, dass das Projekt effektiv und effizient geleitet und durchgeführt wurde. Dazu gehört z.B., dass die Lieferobjekte mit nicht mehr als zwei Prüfschritten abgenommen wurden, die Meilensteine eingehalten wurden oder nur eine minimale Anzahl Fehler während der Testphase unerkannt blieb.

  • Externe - Diese Charakteristika zeigen an, dass die Projektziele erfolgreich erreicht wurden. Dazu gehört z.B., dass das Projekt innerhalb des Budgets und des Zeitrahmens abgeschlossen wurde, vereinbarte Qualitätskriterien eingehalten wurden oder eine Kundenzufriedenheits-Analyse positiv abgeschlossen wurde.

2. Teilen Sie potentielle Metriken zu. Identifizieren Sie potentielle Metriken für jedes Erfolgskriterium. Diese können direkte, quantifizierbare oder indirekte Metriken sein, die dem Erfolgskriterium einen Sinn geben. Bestimmen Sie für jede Metrik kurz, wie Informationen dafür gesammelt werden können, wie groß Aufwand und Kosten sind und welchen Nutzen Sie bringen.

3. Streben Sie Vielseitigkeit an. Die Liste der Metriken sollte in Kategorien unterteilt werden, damit sie eine mehrschichtige Sicht des Projekts wiedergeben. So möchten Sie am Schluss nicht nur einen Satz finanzieller Metriken, selbst wenn diese am einfachsten zu erstellen sind. Im Allgemeinen sollten Sie nach Metriken suchen, die Ihnen Informationen für folgende Bereiche bieten:

  • Kosten
  • Aufwand
  • Dauer
  • Produktivität
  • Qualität der Lieferobjekte
  • Kundenzufriedenheit mit den gelieferten Produkten
  • Leistung des Projektteams
  • Nutzen für das Unternehmen

Eine Tabelle mit Mustermetriken finden Sie in Abschnitt ‚10.1.1 Mustermetriken‘.

4. Priorisieren Sie die Metriken. Priorisieren Sie die Liste der gesamten Metriken mit dem Ziel, jene Metriken zu finden, die dem Projekt mit den niedrigsten Aufbereitungskosten den größten Nutzen bringen. Es können natürlich so viele Metriken gesammelt werden, wie es sinnvoll ist, aber letztlich sollten Sie nicht mehr als zwei pro Kategorie haben.

5. Setzen Sie Ziele: Die Ausgangsmetriken mögen von gewissem Interesse sein, aber das Maß des Erfolgs ergibt sich aus dem Vergleich der Ist-Daten mit dem vordefinierten Ziel. Das Ziel kann ein einzelner Wert oder ein Bereich sein. So kann es z.B. sein, dass Sie Ihr Projekt zu einem fixen Termin abschließen müssen, aber für die Kosten ein Bereich von +/- 10% des genehmigten Budgets vorgesehen ist.

6. Planen Sie die Aktivitäten: Bestimmen Sie bei den verbleibenden Metriken die erforderlichen Aktivitäten und planen Sie diese im Arbeitsplan ein. Dabei treten folgende Fragen auf:

  • Welche Daten werden für welche Metrik benötigt?
  • Wer ist für die Erhebung der Daten verantwortlich?
  • Wann werden die Daten gesammelt und die Metriken gemeldet?
  • In welcher Form erfolgt die Berichterstattung (Statusbericht, Quartalmeetings, Metrikbericht)?