1.2.3 Definition des Projekts / Verantwortlichkeitsmatrix
Überblick (1.2.3.P1)
Bei großen Projekten sind viele Leute bei der Entwicklung und Abnahme von Lieferobjekten mit verschiedenen Rollen beteiligt. Kleine Projekte, wo z. B. eine Person ein Dokument schreibt und eine andere dieses abnimmt, sind leicht überschaubar.
Bei komplizierten Szenarien hilft eine Lieferobjekt/ Verantwortlichkeits-Matrix, die einen Überblick darüber gibt, welche Aktivitäten im Projekt auszuführen sind und wer was von wem erwartet. Nehmen beispielsweise die Mitglieder des Lenkungsausschuss' die Anforderungsdokumentation ab? Die Matrix legt dies dar.
In der Matrix werden in den Spalten die beteiligten Personen und in den Zeilen die Lieferobjekte eingetragen. Setzen Sie dann in den Schnittpunkten die Verantwortlichkeit jeder einzelnen Person für das jeweilige Lieferobjekt ein. Das nachfolgende einfache Beispiel soll dies veranschaulichen.
| Projekt sponsor | Linien- manager | Projekt Manager | Projekt Team | Lenkungs- ausschuss | |
| Projektdefinition | A | A | E | P | A |
| Kommunikationsplan | A | P | E | P | A |
| Geschäftsanforderung | A | P | P | E | A |
| Statusreports | P | P | E | P | P |
A = Abnahme des Lieferobjekts (Person oder Rolle)
E = Erstellung / Entwicklung des Lieferobjekts (Person oder Rolle). Vielfach ist eine Person für die Erstellung des Lieferobjekts verantwortlich, obgleich viele Personen ihren Anteil dazu beitragen.
P = Durchsicht / Überprüfung des Lieferobjekts (Person oder Rolle)
In dieser Matrix wird das Projekt vom Projektmanager definiert, vom Projekt-Sponsor, Linien-Manager und Lenkungsausschuss abgenommen und vom Projektteam überprüft. Die Geschäftsanforderungen werden vom Projektteam definiert, vom Projektmanager und Linien-Manager überprüft und vom Projekt-Sponsor und dem Lenkungsausschuss genehmigt.
Der Zweck dieser Matrix ist es, Klarheit und Übereinkunft darüber zu erzielen, was wer zu tut hat. Sie können dabei so viele Spalten und Zeilen verwenden, wie es Sinn macht. So können Sie z.B. das Projektteam in einzelne Gruppen aufteilen oder die Personen, die für die Geschäftsanforderungen verantwortlich sind, in mehrere Spalten untergliedern. Die vollständige Matrix sollte genehmigt werden und als Anhang der Projektdefinition beigelegt werden. Wenn sie als Teil der Analysephase erstellt wird, sollte sie als separates Dokument verteilt werden.
Der Nutzen der Matrix ist, Klarheit über Erwartungen und Verantwortlichkeiten zu schaffen. Wird beispielsweise die Genehmigung der Geschäftsanforderungen durch den Sponsor an eine andere Stelle delegiert, muss dies aus der Matrix für alle ersichtlich sein. An den Schnittstellen der Matrix trägt man am besten Verantwortlichkeitscode ein, die individuell definiert werden können. Hier einige Beispiele:
- A = Abnahme des Lieferobjekts
- P = Durchsicht / Überprüfung des Lieferobjekts (und Feedback)
- E = Erstellung / Entwicklung des Lieferobjekts
- I = gibt Unterstützung und Informationen
- N = Wird bei Beendigung eines Lieferobjekts benachrichtigt
- W = Verwaltet die Lieferobjekte (Konfigurationsmanagement) bzw. ist für die Verwaltung und Archivierung der Dokumente verantwortlich
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