0.0.8.4 Vergleich zwischen dem TenStep Prozess und Six Sigma
Six Sigma Überblick
Six Sigma steht für eine Philosophie, Zielsetzung oder Methode, die jedes Unternehmen einsetzen kann, um seinen Ausschuss zu reduzieren und seine Qualität sowie seinen Kosten- und Zeitaufwand zu verbessern. Sigma ist ein griechischer Buchstabe, mit dem die Abweichungsmenge oder der Grad der Fehlerhaftigkeit eines Produkts angegeben wird. (Ein Fehler ist laut Definition alles, was beim Kunden Unzufriedenheit hervorruft oder von anerkannten Toleranzwerten abweicht.) Heute operiert ein typisches Unternehmen vielleicht auf dem Niveau von drei Sigma, was bedeutet, dass ihm unter 16 Versuchen ein Fehler unterläuft. Dies würde etwa 67 000 Fehlern pro einer Million Versuche entsprechen. Ein besseres Unternehmen liegt vielleicht auf der Stufe von vier Sigma, oder einem Fehler unter 160 Versuchen. Nicht schlecht, doch immer noch mehr als 6000 Fehler pro einer Million. Ein Niveau von sechs Sigma entspricht 34 Fehlern pro einer Million Versuche – noch nicht ganz perfekt, aber beinahe.
Allgemein gesprochen ist Six Sigma eine Philosophie, die Unternehmen eine Reihe von Prozessen und statistischen Tools bietet, durch die sich Profitabilität und Qualität steigern lassen – ob ein Unternehmen nun dauerhafte Güter produziert oder Dienstleistungen erbringt. Six Sigma ist ein langfristiger Prozes, der zu stetigen Verbesserungen führen soll. Diese Verbesserungen können nicht durch eine Umstrukturierung des Unternehmens oder einfach durch hohe finanzielle Ausgaben erzielt werden. Vielmehr erfordert ein Qualitätsniveau von Six Sigma Stehvermögen, Konzentration und Engagement.
Six Sigma Qualität kann durch eine laufende Kombination von strukturierten und systematischen Projekten erreicht werden. Projekte werden folgendermaßen kategorisiert:
· Projekte, bei denen es um die Transaktion von Geschäftsprozessen geht, die sich auf eine gesamte Organisation erstrecken
· Traditionelle Projekte zur Qualitätssteigerung, die chronische Probleme lösen, die vielerlei Funktionen innerhalb einer Organisation umfassen
Ein Unternehmen, eine Organisation oder ein Projekt, das ein Qualitätsniveau von Six Sigma anstrebt, sollte sich auf das Design von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen konzentrieren. Six Sigma Prinzipien können auf viele Bereiche angewandt werden, wie etwa Produktion, Verwaltung und Kundendienst. Six Sigma Techniken tragen zur Reduzierung der Abweichungen, und damit der Anzahl von Fehlern und der Betriebskosten bei, während sie gleichzeitig die effektive Kapazität erhöhen. Six Sigma Techniken können auch zu Verbesserungen in anderen Bereichen angewendet werden, wie etwa Kundentreue, was für das Unternehmen auch eine fundamentale Hilfe ist.
Überblick über den TenStep Projektmanagement Prozess
Der Begriff Projektmanagement bezieht sich auf Definition und Planung, und dann auf Management, Kontrolle und Abschluss eines Projekts. Wichtig ist die Erkenntnis, dass alle Projekte eines gewissen Maßes an Projektmanagement bedürfen. Je größer und komplexer das Projekt, desto größer der Bedarf nach einem formalen, strukturierten Standardprozess. Kleine Projekte benötigen ebenso einen strukturierten Prozess, doch in ihrem Fall muss er nicht ganz so ausgefeilt und komplex sein. Selbstverständlich ist der Arbeitsaufwand des Projektmanagements mit Kosten verbunden, doch er bringt auch viele Vorteile mit sich, die die Kosten bei weitem überwiegen.
Der TenStep Projektmanagement-Prozess ist, wie man sich denken kann, in zehn Schritte aufgeteilt – die ersten beide zur Definition und Planung, und die nächsten acht zum Management und zur Kontrolle der Arbeit. Die Schritte sind wie folgt:
1.0 Projektdefinition. Der Projektmanager investiert Zeit in die Projektdefinition, um sicherzustellen, dass Projektteam und Kunde dieselben Vorstellungen von Lieferobjekten, Nutzen und Zielen des Projekts haben.
2.0 Aufbau des Arbeitsplans. Der Arbeitsplan ist von entscheidender Bedeutung, damit das Projektteam weiß, was seine Aufgaben sind.
3.0 Managen des Arbeitsplans. Der Arbeitsplan sollte auf dem aktuellen Stand gehalten werden und stets Auskunft darüber geben, wieviel Arbeit noch bevorsteht.
4.0 Managen der Issues. Viele Probleme werden bald gelöst. Von einem "Issue" spricht man dann, wenn ein Problem den Fortschritt des Projekts behindern würde und wenn der Projektmanager und das Projektteam es nicht ohne fremde Hilfe lösen können.
5.0 Managen des Projektumfangs. Der Projektumfang beschreibt den Rahmen des Projekts. Sinn und Zweck des Inhalts- und Umfangsmanagements ist es, sicherzustellen, dass der Sponsor (oder eine von ihm beauftragte Person) sämtliche Änderungen genehmigt, die an der ursprünglichen Vereinbarung des Projektumfangs vorgenommen werden.
6.0 Managen der Kommunikation. Richtig zu kommunizieren ist ein entscheidender Erfolgsfaktor beim Managen der Erwartungen von Kunden und Stakeholdern.
7.0 Managen der Risiken. Mit Risiken sind künftige Zustände oder Gegebenheiten gemeint, die außerhalb des Einflussbereichs des Teams liegen und die sich, falls sie eintreten, schädlich auf das Projekt auswirken würden. Erfolgreiche Projektmanager versuchen, potentielle Probleme noch vor ihrem Eintreten zu lösen.
8.0 Managen der Dokumente. Je größer das Projekt, desto präziser und strukturierter muss das Dokumentenmanagement sein.
9.0 Managen der Qualität. Sinn und Zweck des Qualitätsmanagements ist es, sich zuallererst im Klaren darüber zu werden, welche Erwartungen der Kunde hinsichtlich der Qualität hat, und dann einen aktiven Plan und Prozess einzuführen, um diesen Erwartungen zu entsprechen.
10.0 Managen der Metriken. Metriken werden zum Einholen quantitativer Daten eingesetzt, anhand derer Entscheidungen getroffen werden. Sie geben darüber Auskunft, ob man den Erwartungen entsprochen hat oder nicht.
Vergleich
Der TenStep Prozess wird zum Managen von Projekten jeder Art und Größe verwendet. Einer der Grundschritte ist das Managen der Qualität. Qualitätsinitiativen können für einzelne Projekte eingeführt werden, oder auch für ganze Organisationen. Six Sigma ist eine organisatorische Philosophie, die sich speziell auf die Qualität konzentriert, und überschneidet sich daher in dieser Hinsicht mit einem Teil des TenStep Prozesses.
Six Sigma und der TenStep Projektmanagement-Prozess sind im Allgemeinen komplementäre Prozesse. Wer Projekte auf einem Qualitätsniveau von Six Sigma abwickeln will, benötigt einen Standard Projektmanangement-Prozess, wie etwa den TenStep Prozess. Umgekehrt ist beispielsweise einer der zehn Aspekte des TenStep Projektmanagement-Prozesses darauf ausgerichtet, ein akzeptables Qualitätsniveau zu erreichen, und Six Sigma könnte die Grundlage zu diesem Schritt bieten. Daher könnte ein Unternehmen gleichzeitig den TenStep Prozess als seinen Projektmanagement-Prozess implementieren, und Six Sigma als seine Qualitätsphilosophie.
Zusammenfassend läßt sich also sagen, dass Unternehmen keine Entscheidung treffen müssen, entweder Produkte von TenStep, Inc. oder Six Sigma zu implementieren. Beide Methoden konkurrieren nicht auf derselben Ebene und sie erfüllen nicht dieselben Grundbedürfnisse. Vielmehr können Unternehmen beide Methoden komplementär einsetzen – den TenStep Prozess zum Projektmanagement und Six Sigma als Qualitätsphilosophie.






























